Der Mannheimer Morgen schrieb über die Tourfassung, die RLG u.a. nach München, Stuttgart, Frankfurt, Köln, Düsseldorf, Bonn, Heilbronn, Aschaffenburg, Nürnberg und Mainz führte:
Alles, was die deutsche Kabarettszene so zu bieten hat, war doch schon in Mannheim. Denkste! Der Urberliner Robert Louis Griesbach, in seinem Biotop "Die Wühlmäuse" längst weltberühmt und Abräumer diverser Kleinkunstpreise, hat offenbar den Mauerfall total verpennt und geht jetzt erstmals auf Tournee durch deutsche Lande.
Wahrlich, der junge Mann versteht sein Hand- und erst recht sein Mundwerk. Er lästert über Waldorf-Mütter und Sexkaufhäuser, Eva Hermans antiquierte Thesen oder jenen hypernervösen, zitternden Ex-Raucher, der sich schließlich als Chirurg outet. Johannes Heesters nennt er den Robbie Williams des 18. Jahrhunderts, um ihn dann mit Hilfe seiner gut funktionierenden Karaoke-Maschine täuschend echt zu parodieren. Auch die Herren Maffay und Grönemeyer hat er prima drauf (mit eigenen Texten, versteht sich), und seine in klangvollem Falsett gesungene "Carmen"-Habanera könnte durchaus an kleineren Stadttheatern Furore machen.
Manchmal ist Griesbach einfach Griesbach, wenn er den Reiher zum Lufthansa-Wappenvogel erklärt oder Polypen-Ullas halbgare Gesundheitsreform geißelt. Aber die sprichwörtliche Sau lässt er erst raus, wenn er in seine aberwitzigen Kunstfiguren schlüpft, den Literaturkritiker und den Avon-Berater, den indischen Kellner Radshi und den rüden Berliner Hausmeister.
Die Begeisterung war übrigens beidseitig, weshalb Robert Louis Griesbach das Blind Date mit den "Monnemern" als überaus gelungen bezeichnete
Wiesbadener Tagblatt One-Man-Show im Wahnsinnstempo
Was passiert, wenn man einen suizidalen Flugkapitän, einen vor Selbstbewusstsein strotzenden Berliner Hausmeister, einen hypernervösen Ex-Raucher und eine zickige Operndiva zusammen auf die Bühne jagt?
Es entsteht eine absurd-komische Mischung aus explosivem Humor und elegantem Wortwitz, bei dem jede Pointe sitzt: "Einfach Griesartig!" heißt das aktuelle Programm von Robert Louis Griesbach, in dem der Berliner Kabarettist im Pariser Hoftheater dem Publikum seine ganz spezielle Mischung aus Comedy und Kabarett, aus Parodie und Groteske, aus Alltäglichem und Besonderem servierte.
Es sind vor allem die kleinen Dinge, die Griesbachs Witz zum Sprudeln bringen - der Einkaufswagen, der immer irgendwie in die andere Richtung drängt als eigentlich gewollt, die gequälte Schuhverkäuferin, die den zweiten Schuh im Lager holen muss und dies dem potenziellen Kunden persönlich übel nimmt oder die in Cellophan verhüllte Köstlichkeit, die die adrette Flugbegleiterin dem Gast mit strahlendem Lächeln im Ferienflieger überreicht.
Griesbach legt in seiner One-Man-Show ein Wahnsinnstempo vor, plappert ohne Punkt und Komma, bürstet dabei die ganze Welt kräftig gegen den Strich und erklärt dieselbe auf seine Weise. Was ist beispielsweise eine Oper? "In einer Oper sind Menschen auf der Bühne, einer wird erstochen, und statt die Polizei zu holen, fangen die an zu singen."
Auch Griesbach fängt an zu singen, mixt einen musikalischen Cocktail, in dem von Heesters ("der Robbie Williams des 18.Jahrhunderts") bis zu Grönemeyer alles Mögliche und Unmögliche enthalten ist, was sich auf Griesbachs Texte singen lässt. Eine hinreißend komische Betrachtung des weiblichen Geschlechts etwa oder ein vom Juckreiz gebeutelter Allergie-Chanson.
In Schwindel erregendem Tempo wechselt Griesbach die Charaktere, wirbt als freundlich lächelnder indischer Wirt für sein neues Treuepunkte-System, freut sich als total bescheuerter "Öko-di-döko"-Fabian seines umweltbewussten Lebens oder gibt den unterbelichteten Hausmeister, der sich für den James Bond der Wohnanlage und einfach absolut unwiderstehlich hält.
Fluggäste in Angst Als ehemaliger DDR-Grenzschützer, verklemmt immer noch von der Liebe zur Partei und zum Plansoll erfüllt, sucht er eine "liebe Unbekannte", die mit ihm sein tristes Leben teilt, und versetzt imaginäre Fluggäste in Angst und Schrecken, als er die Routine-Durchsage des Piloten zur Ankündigung von dessen Freitod wählt: "Wir befinden uns im Sturzflug über dem Atlantik, die Wassertemperatur beträgt 4 Grad und ich bedauere, Sie nicht mehr an Bord eines Flugzeugs begrüßen zu können." Parodie pur, ein glänzend aufgelegter Kabarettist und ein begeistertes Publikum.
Pforzheimer Kurier Pointierter, frischer Sprachwitz
Kritik hier
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