RLGs Zeitungskolummnen über Pomp
Achtung Muskat!
Autor: Robert Louis Griesbach
Veröffentlicht am 25.02.2005 in der Berliner Zeitung:
Achtung, Muskat!
Muskat, intravenös gegeben, ist tödlich. Der geneigte Leser und die noch geneigtere Leserin mag jetzt erstaunt ausrufen: "Ist das nicht entsetzlich?!". Andere Zeitgenossen, der Selbstruhe verpflichtet, lehnen sich gar im Ohrensessel zurück und denken: es hätte schlimmer kommen können - der Großteil einer aufgeklärten Minderheit jedoch urteilt pragmatisch, dass Muskat bei ihnen im Ernstfall nur an die Kartoffel, aber nie in die Vene kommt. Wenn Sie allerdings bis hierhin gelesen und nicht weitergeblättert haben, ist die erste Hürde bereits genommen...
Denn als ich gebeten wurde, ein paar halbwegs geordnete Zeilen in Form zu bringen, meldeten sich sofort gute Geister, die mir rieten, man müsse, um die Leserschaft gleich anfangs fesseln zu können unbedingt mit einem kühnen Satz beginnen. Die Muskaterkenntnis schien mir dafür geeignet und kühn genug zu sein und setzte sich klar gegen die Feststellung "jeder sechste Brite ißt mindestens einmal täglich Senf" durch.
Diese oder auch ähnlich wichtige Erkenntnisse kann das offene Ohr durchaus auch allabendlich im weiten Meer der Zuschauergespräche erangeln - in den sechzig Minuten vor Beginn des erfolgreichen Enten-Spektakels von Pomp Duck & Circumstance wartet das gespannt wartende Publikum mit einem Füllhorn voller Anekdoten, kleinen Geschichten und menschlichen Überraschungen auf: ein Eldorado für alle Liebhaber des gepflegten Durcheinanders. "Ohhh, ist der aber schön!" ruft eine Dame angesichts des großen Kronleuchters im Foyer aus. Der erinnere sie an einen ähnlichen Leuchter im Schloß Linderhof von Ludwig II., nur viel größer und doch irgendwie anders (Zur Erinnerung: Ludwig II., jovial vom bayrischen Volk - heutzutage besser bekannt als CSU - auch Bayernkönig genannt - also so etwas wie Edmund Stoiber, nur viel musikalischer).
An einem der reservierten Stehtische hat sich eine kleine Gruppe Versicherungsagenten eingefunden - immer sorgsam bedacht, auch in der Freizeit ihren Weg kreuzende Mitmenschen spontan rundum zu versichern. Mit stetem Blick auf Handy und Tagesumsatzstatistik, die Hand stets zum Griff zur Visitenkarte bereit, werden in gelöster Atmosphäre schnell noch die letzten wichtigen Termine festgeklopft. "Übrigens, das Montagsmeeting fndet nicht, wie vorgesehen am Mittwoch sondern schon am Dienstag statt. Und zwar um 9:30 Uhr. Allerdings morgen bereits schon um 9:00 Uhr. Ab übernächste Woche findet das vom Mittwoch auf den Dienstag verlegte Montagsmeeting am Freitag statt. Aber nur bis zur Karwoche. Ab dann müssen wir das auf den Freitag gelegte Montagsmeeting auf den Donnerstag legen. Ab Gründonnerstag heißt es dann Dienstagsmeeting und findet wie üblich Mittwoch statt - und wird am Freitag wiederholt." Eifrig werden die PDAs (kleine, bunte Schreibmaschinen mit Erinnerungsfunktion und mindestens einmal im Monat stattfindenden Batterieausfall) mit den neuen Daten gefüttert und schon ist der Weg auch für die Vertreter der Versicherungsbranche frei, sich dem Zauber des Spiegelzeltes hinzugeben.
Noch ist der schwere königlich-rote Vorhang zum Hauptzelt jedoch geschlossen. Dahinter verbirgt sich allerdings kein Theater und auch kein Restaurant, wie man vermuten mag - nein, vielmehr wartet ein Mikrokosmos aus Licht und Farben, aus Poesie und Klangwelten auf den schaulustigen Gast. Die Automobile auf dem großzügigen Parkplatz verraten es: man reist deshalb aus allen Himmelsrichtungen an. Die Berliner, die Hamburger, die Münchner (ein Hoch übrigens auf diese Stadt, die so sauber ist, daß man auf offener Straße am Herzen operiert werden könnte) oder auch die charmanten Leipziger. Alle sitzen in Eintracht mit Italienern, Spaniern, Engländern oder Schweden im Restaurant out of control - Pomp Duck ist einfach grenzenlos.
Mit leuchtenden Augen höre ich jemanden sagen, er sei schon öfter bei Pomp Duck gewesen und immer wieder sei er überrascht, überrascht worden zu sein. Das mag auch ein Geheimnis dieser mittlerweile schon für Berlin institutionellen Einrichtung zu sein: während andere sich damit begnügen, zu kopieren, sind die kreativen Geister des Originals immer mindestens einen Schritt weiter. So gibt es keinen künstlerischen Stillstand sondern stets wache Veränderung. Bei Pomp Duck wird nicht mit dem Gast gespielt sondern für den Gast - und dies mit der größten Spielfreude.
"Ich habe schon meinen Tagesplan für meinen Club bekommen" höre ich eine sportliche Dame euphorisch am Nachbartisch plaudern. Offensichtlich verwöhnt man sich an diesem Abend kulinarisch, um am nächsten Morgen mit Übergepäck im Bauch die Urlaubsreise anzutreten. „8 bis 9 Uhr Jogging, von 9 bis 10 Uhr Schwimmen, von 10 – 11 Uhr Tennis, Golf oder aber auch Hochsprung. Um 12 Uhr Weitsprung. Um 13 Uhr dann der Verdauungsspaziergang zur Surfschule. Vom Surfbrett dann um 15 Uhr direkt zur Unterwassermalerei. 16 Uhr wahlweise Bauchtanz oder künstliche Beatmung. Von 17 Uhr bis 18 Uhr Kamelreiten, von 19 bis 20 Uhr ist dann zur freien Verfügung. Ich glaube, ich wähle dann Paragliding oder Freeclimbing oder beides – ich könnte ja auch mit dem Schirm an die Wand fliegen. Ab 20.15 Uhr gibt es dann ein Musical in der Clubfassung. Moment mal: da habe ich ja von 20 Uhr bis 20.15 Uhr ein Loch! Was mache ich denn da?" Zum Glück, denke ich, kann die sportliche Mittvierzigerin bei Pomp erst einmal ausspannen ……
In der Zwischenzeit füllt sich das Foyer nicht nur mit Lachen, mit vollen„Ohhhs“ und erfreuten „Aahhs“, sondern auch mit weiteren spannenden Gästen. Während eine Dame vor der Garderobe fast schwebend den Kaschmirmantel die Schulter entlang gleiten läßt, läßt sie mit einer ebensolchen Nonchalance die Frage fallen: Wußten Sie das? Selbst eine Fliege, die auf einem Flugzeugträger landet, bewirkt, daß der Flugzeugträger um ein Winziges tiefer sinkt. Ihr Begleiter ergänzt schelmisch: aber kriegsentscheidend ist das aber nicht! Beide lachen vom eigenen Humor überwältigt und schweben in Richtung Champagner-Bar.
Natürlich finden bei Pomp Duck auch die ganz normalen Gesprächsthemen statt - die fundamentalen Säulen menschlicher Kommunikation, Obelisken der deutschen Verständigung, mit anderen Worten: Gespräche über das Wetter. Kaum sinken die Temperaturen, da steigt die Sehnsucht. - meist die Sehnsucht nach dem Sommer . Der Frühling wird sehnsuchtslos und verächtlich übergangen. Ungeachtet, daß man kurz davor steht, kulinarische Perlen zu genießen, immerhin zaubert in der Küche ein Sterne-Koch, freut sich ein schwergewichtiger Gast vollmundig auf seinen nächsten Grillabend und tut dies auch in erhöhter Lautstärke kund. Auch der gestrenge Blick seiner ebenfalls kompakten Ehefrau kann die „wurstige“ Schwärmerei nicht abbrechen.
Nun weiß der Berliner: regelmäßig im Sommer fängt seine Stadt an zu brennen. Die Balkone qualmen, die Parks rauchen und vor allem im Tiergarten kann man vor lauter Alufolienresten den Rasen nur noch vermuten. Sommerzeit ist Grillzeit. Das deutsche Volk wandelt sich zu einem Volk der Würgtätigen. „Vati“ ist in dieser Zeit der Herr der Bratwurst und steht hinter seinem Grillcockpit. Nur er darf die Würste rollen und wenden, kein anderer bekommt hier eine Wendemöglichkeit. Und „Mutti“ (65 % aller deutschen Hausfrauen heißen mit Vornamen „Mutti“) steht im respektvollen Abstand, der sogenannten Bratwurstspritzbannmeile dahinter und fragt nach der obligatorischen Kräuterbutter. Bratwurstgespräche bei Pomp Duck? Warum nicht? Pomp Duck ist unkonventionell – geradeaus mit einer Kurve – es ist der Tag am Abend und die Farbe im Schwarz.
Endlich. Ein Raunen geht durch die Menge. Der rote Vorhang gibt schließlich den Blick auf das Spiegelzelt frei. Hier wird er also geschehen: der pompeigene Generalangriff auf die Lachmuskeln. Im Vorbeigehen höre ich noch, wie jemand wichtig vorträgt: Ach Goethe. Ein überbewerteter Dichter. Sein „Faust“ ist ausschließlich aus Zitaten zusammengezimmert.
Licht aus. Fanfare – die Show beginnt. Und denken Sie daran: alles was Sie sagen, kann demnächst gegen Sie verwendet werden – aber nur in allerbester Absicht…..
Eine Ente geht Ihren Weg
POMP DUCK AND CIRCUMSTANCE Das erfolgreichste Restauranttheater der Welt hat die gemeine Stockente zum Star gemacht
Eine Ente geht ihren Weg
26.05.2006
Spielplan - Seite T08
Robert Louis Griesbach
Herr Müller-Lüdenscheidt! - Herr Doktor Klöbner! - Also lassen Sie die Ente in Gottes Namen herein. - Nein, mit Ihnen teilt meine Ente das Wasser nicht. - Sie lassen sofort die Ente zu Wasser!"
Eine wahrlich cineastische Sternstunde des deutschen Fernsehens für uns Enten - mit dieser Szene eines gewissen Herrn von Bülow, hatten die Enten den Durchbruch auf dem deutschen Filmmarkt endlich geschafft. Oh, verzeihen Sie, wie unhöflich von mir: mein Name ist Rudolph (Name von der Redaktion geändert) und wie Sie sicherlich bereits bemerkt haben: ich bin eine Ente. Genauer gesagt eine gemeine Stockente (Anas platyrhynchos). Noch genauer gesagt, eine talentierte Ente mit Ambitionen, eine Ente, die in die großen Fußstapfen anderer bekannter Enten treten will. Ich will eine berühmte "Pomp Duck"- Ente werden!
"Mein lieber Schwan" riefen meine Eltern, als sie meinen Wunsch hörten, Teil des erfolgreichsten Restaurant-Theaters der Welt zu werden. Doch mein Entschluss stand fest und war unverrückbar. Natürlich wollten meine Eltern nicht, dass ich ins Showbusiness gehe. Sie hätten es gerne gesehen, wenn ich eine Badeente geworden wäre. Doch wer will schon schaumbemantelt in warmem Wasser vor sich hindümpeln, vielleicht noch neckig von badenden Beinen hin- und hergeschupst werden, wenn da draußen, in der Hauptstadt, in Berlin, die glitzernde Welt des Entertainments auf einen wartet? Meine Mutter (sie war in den 20er-Jahren in China ein gefeierter Opernstar und feierte als Peking Ente große Erfolge) versuchte mich daraufhin zu überreden, eine Zeitungsente zu werden. Jeden Tag neue Geschichten, man staunt über Dich und Du bist in aller Munde, redete sie mit weicher Stimme auf mich ein. Mein Vater nickte nur weise und erwiderte: Der amerikanische Automobil- Industrielle Henry Ford sagte einst "Enten legen ihre Eier in aller Stille. Hühner gackern dabei wie verrückt. Was ist die Folge? Alle Welt isst Hühnereier!"
Er hatte recht und ich verstanden - mein Entschluss stand fest: Wenn es eine Ente schaffen kann, aus einem Dorf wie Entenhausen bis nach Hollywood zu kommen, dann kann ich es auch schaffen, bei Pomp Duck and Circumstance Karriere zu machen. Schluss mit der Zurückhaltung - ab jetzt wird mehr gegackert - also geschnattert.
Das Ziel meiner Träume liegt in Kreuzberg. Nahe dem Technikmuseum steht nun seit mehr als fünf Jahren ein wunderbares Spiegelzelt, dass mit seiner faszinierenden Mischung aus Fantasie und kulinarischen Höhepunkten mittlerweile Hunderttausende von Besuchern aus Berlin und aller Welt in Entzückung versetzt hat. Und so sehr sich Kopisten bemühten, die bei Pomp Duck gesehenen Ideen andernorts zu vermarkten, so blieb doch "Pomp Duck and Circumstance" stets das Original, immer originell und dauernd Ideen weiter entwickelnd, fortwährend erfolgreicher. Als kreative Ente kann ich mir durchaus viele Betätigungsfelder bei Pomp Duck vorstellen. Enten haben ja von Natur aus eine gute Stimme und können sich gut bewegen (neben Walzer und Cha Cha Cha gehört der Ententanz praktisch zum Standard einer guten Party!). Ich würde also in die wunderschönen Gesangs- und Tanznummern perfekt hineinpassen. Wenn die charmante Sängerin Roxanne die Show mit ihrem elektrisierendem "I'm coming out" beginnt - was kann da schöner sein, als dass eine Ente ihr die Schleppe ihres atemberaubenden Kleides trägt? Ich könnte auch artistisch mitwirken . Ja ich weiß, wir Enten tragen Schwimmhäute zwischen den Vorderzehen, unsere Beine sind ziemlich kurz und häufig haben wir einen langen Hals. Aber mit etwas Übung sind wir so elegant wie "Schwanensee" (völlig überschätztes Gefiederballett ohne Enten). Gut, Pomp Duck hat ja bereits die weltmeisterliche Artistikgruppe Black & White, die das Publikum jeden Abend zum Staunen bringt, eine sinnliche Trapeznummer, die zum Träumen einlädt, einen charismatischen Equilibristen, der Kraft und Ästhetik vereint oder die spektakuläre Tuchnummer, die erotischer ist als vieles, was zur Zeit in der Hauptstadt anzutreffen ist. Eine Ente aber fehlt. Wo sind denn die berühmten Enten, die die neugierigen Besucher jeden Abend so zufrieden nach Hause gehen lassen? Eben hör ich noch: "Die Show, so wunderschön, kaum zu beschreiben - und die Ente ., man kann es wirklich nicht besser machen!" Wo ist sie nur? In der in blau-grünes Licht getauchten Unterwassersequenz, die das beeindruckte Publikum auf den Fischgang vorbereitet und in der feuerrote Feuerquallen, elegante Mantas, leuchtende Fischschwärme, bedrohliche Haifische und sogar ein das Zelt ausfüllender Blauwal die Sinne staunen lässt, findet man nicht eine einzige! Gut, die Erfolgsshow heißt "Köche - Krone - Kritiker", allabendlich bricht der Kampf um die Krone für den besten europäischen Chefkoch aus und allabendlich gibt es eine kleine Überraschung. Doch irgendetwas muss es doch geben, weshalb dieses mittlerweile zu einer Berliner Institution gewordene Sinnes-Spektakel scharenweise von Entenliebhabern heimgesucht wird?! "Hallo, Sie da!" Ich drehe mich um.
"Sie sind genau das, was ich suche!" sagt ein freundlicher Herr, ganz in Weiß gekleidet und mit langer Mütze auf dem Kopf. Endlich jemand, der meine Vorzüge erkennt, denke ich und watschle ihm freudig entgegen. "Ich komme aus einer der besten Familien" rufe ich ihm selbstbewusst zu und bin froh, schließlich doch noch entdeckt worden zu sein. "Wir nehmen immer nur die besten Enten", antwortet der freundliche Mann in weiß und führt mich in die Küche .
Currymassage mit indischer Trendfrisur
POMP DUCK AND CIRCUMSTANCE Das Restaurant-Theater von Hans-Peter Wodarz präsentiert die Show "Köche - Krone - Kritiker": Liebe, Drama, Comedy, Artistik, Poesie, ein erstklassiges Vier-Gänge-Menü - und ein neuer indischer Oberkellner
Currymassage mit indischer Trendfrisur
28.10.2005
Spielplan - Seite T23
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Ein Hollywood-Film aus den 90er-Jahren hieß "Und täglich grüßt das Murmeltier". Der Hauptakteur sah sich darin unversehens in einer Zeitschleife gefangen und musste denselben Tag immer und immer wieder erleben. So geht es allabendlich auch Rad-shi, dem neuen indischen Oberkellner bei "Pomp Duck and Circumstance", denn jeder Tag ist sein erster Arbeitstag in der erfolgreichen Show "Köche - Krone - Kritiker" und jeden Abend versucht er erneut den Überblick in dieser so temporeichen und überraschenden Show zu behalten. Radshi kommt ursprünglich aus einem kleinen, unbekannten Dorf in Südost-Indien, das so unbekannt ist, dass selbst die noch verbliebenen Einwohner (seine Familie) sich nicht an den Namen des Dorfes erinnern können.
Schweren Herzens verließ Radshi seine Heimat, um dem Ruf des Enten-Impresarios Hans-Peter Wodarz an die Spree (gewissermaßen an den Ganges von Berlin) zu folgen und einen Hauch von Exotik in den historischen Spiegelpalast zu bringen. So kommt das Publikum neuerdings in den Genuss des sehr persönlichen Service des charmant-verrückten Zeitgenossen. Die individuelle, eigenwillige Frischluftzufuhr gehört genauso zu seinem Repertoire, wie spontanes Umfrisieren (indische Trendfrisuren aus Punjab) oder gar kulinarische Verfeinerungen: so wird nach Wunsch des Gastes aus der (wie jeden Abend vom Sternekoch Gerd Hammes gezauberten) Ente flugs "Ente Bombay".
Bei der Damenwelt besonders beliebt ist Radshis indische Massage am Platz - während der weibliche Gast sich Pomp Ducks legendärer Tomaten-Karottensuppe hingibt, genießt man gleichzeitig seine Kurzzeit-Wellness-Einlage mit Fingerspitzengefühl und kurzen Anmerkungen zur Tagespolitik. Vielleicht haben Sie aber auch das Glück, besonders ausgezeichnet zu werden, indem Sie Mitglied seiner eigenen kleinen indischen Botschaft werden. Mit bunten Tüchern und Fahnen geschmückt, genießen Sie dann das "diplomatische" Privileg, das köstliche Dessert als erste genießen zu dürfen.
Dabei ist unser indischer Freund nur ein Teil der großen Pomp Duck Familie, die mittlerweile im fünften Jahr nicht nur das Berliner Publikum mit einer Komposition aus Licht und Farben, aus Poesie und Klangwelten fasziniert. Da ist die begnadete Sängerin Roxanne (Santina Maria Schrader), die mit ihrem graziösen Augenaufschlag Männerherzen in Verzückung bringt, der stimmgewaltige Hausmeister Kozlowski (Lothar Stadtfeld), der zum Ende der Show eine höchst überraschende Verwandlung erfährt sowie Violette (Sylvette Boudreau), die mit Schallgeschwindigkeit (wie alles, was schneller ist als eine Kuh - kleine indische Übertreibung) durch das farbendurchflutete Zelt fliegt und sich als Virtuosin am Glasophon präsentiert. Unschlagbar ist das Duo Maurice Fatale (Jean Michel Coll) und sein Bruder Victor (Faycal Mihoubi), deren Spontanwitz, Gestik und Mimik das Publikum regelmäßig zu Lachanfällen hinreißen.
"Köche - Krone - Kritiker" - das Gourmet-Abenteuer gehört mittlerweile schon zum Inventar der pulsierenden Hauptstadt - viele Berliner, Brandenburger und internationale Gäste kennen bereits die einzigartige Show - den Kampf um die Krone für den besten europäischen Koch des Jahres, die Irrungen und Wirrungen um den sich inkognito im Zelt befindenden, eigenwilligen Londoner Restaurantkritiker (Michael J. Hancock). Sie durchschauen das üble Spiel der Konkurrenten Gérard (Kabarettist Chin Meyer) bzw. Jérome L'Ackaffe (Hansjörg Zäther), die um jeden Preis die Auszeichnung für ihr Restaurant Fish and VIPs erhalten wollen, und sind immer wieder aufs Neue von den fantastischen Bildern überwältigt.
Da wird das Spiegelzelt unversehens zum Ozean und nimmt den Betrachter mit auf eine Reise in die Tiefe: schillernde Fischschwärme, gefährliche Raubfische und leuchtende Feuerquallen ebnen den klangumfluteten Weg für einen riesigen Wal, der majestätisch über den Köpfen der Zuschauer schwebt. Im nächsten Moment sieht sich der Betrachter in die Welt der Geräusche des Dschungels versetzt. Während man die Augen schließt und dem Stimmkünstler Guennadiy Tkachenko Papizh lauscht, ziehen Tiere im Gewitterregen vorbei, um sich vor der Sinn-Flut in Sicherheit zu bringen. Verwundern - Begeistern - Verzaubern, das sind die Zutaten für diesen Gefühls-Cocktail der abendlichen Raffinesse.
Ob erotisches Vertikaltuch (Sofranie Trencia), rasante Diabolo-Jonglage (Pierre Marchand), verrucht-verrauchte römische Ringe (Christine Gruber), die furiose Hand-to-Hand Artistik von Black and White (Hennadiy Skarlat, Serhij Pavlov, Alekscy Khilya, Yuriy Zaveryukha), die bezaubernde Service-Assistentin Olga (Olga Alabychewa) oder das Orchester "The Quacketones" unter der Leitung von Sven Klammer, "Pomp Duck and Circumstance" sprengt die Grenzen Ihrer Vorstellungskraft. Die Show gipfelt im spektakulären Finale, in dem Maurice Fatale und L'Ackaffe die Klingen kreuzen . Und Radshi? Er versucht das verrückte Potpourri aus Esskultur, Varieté, Kabarett und musikalischen Highlights zusammenzuhalten. Wie jeden Abend. Ob es ihm gelingt? Kommen Sie doch in Radshis Indische Botschaft und sehen Sie selbst .













